Schlagwort: Lean

Menschen sind „Im Grunde #LEAN“

Da lag sie auf dem Boden im #Supermarkt, sie wurde leider verloren. Ich musste zwei Mal hin schauen, bis ich erkannt habe, dass es sich um eine „echte“ #kanban handelt. Nicht aus dem #Warenmanagement des Supermarktes, nein! Ich denke, sie hängt sonst mit einem Magneten und einem abwaschbaren Folienstift zusammen an einem Kühlschrank und wird immer dann beschrieben, wenn etwas droht auszugehen. Vielleicht auch erst, wenn etwas ausgegangen ist. Die Karte wird dann mit in den Supermarkt genommen um alles zu beschaffen, was auf ihr steht. Anschließend wäscht man die Bestellungen ab und hängt die leere Karte zurück an ihren Ort. Ja, das ist doch ein KANBAN-Kreislauf, wie er im Lehrbuch steht!? Oder eben nicht. Denn er ist aus dem Leben entsprungen und es hat ihn sich einfach jemand aus eigenem Antrieb ausgedacht. Ohne eine #Strategie, ein Black-Belt oder eine Jahresziel-Vereinbarung.

Rutger #Bregmann behauptet in seinem Buch „Im Grunde gut“, dass der #Mensch eben keine Böse Natur hat. Ich behaupte, dass der Mensch „Im Grunde #LEAN“ ist! Man muss es ihm nicht bei bringen. Das wurde nur mit sehr viel Aufwand über viele Jahrzehnte hinweg ab trainiert. Man muss dieser ursprünglichen #Gewohnheiten einfach nur Raum geben, sich wieder zu entfalten… #imgrundelean

#gelesen: Wie man die Dinge geregelt bekommt (eng. Getting Things Done) von David Allen

Ich habe ja immer schon was für To-Do-Listen übrig gehabt, auch Kalendar und Zeitmanagement generell finde ich seit jeher gut. Ein großes Lob an dieser Stelle, gilt Cordula Nussbaum, deren Podcast ich jahrelang mit Begeisterung gehört habe. Was ich jedoch mit Getting Things Done oder kurz GTD bislang entdeckt habe, kommt für mich der Mondlandung gleich! Ich bewege mich in einer vollkommen neuen Welt. Nichts ist mehr wie vorher. Also gut, prinzipiell hat sich mein Umfeld nicht verändert, jedoch die Art wie ich mit meinem Umfeld umgehe.

Insgesamt 4 mal habe ich es bislang gehört, meistens während der Autofahrt.

David Allen beschreibt in diesem Buch, daß ich erst als Hörbuch verschlungen und dann als Taschenbuch studiert habe, praktische Wege um ein persönliches und individuelles System zu entwickeln. Mit diesem System kann man seine Dinge regeln, es funktioniert bei anderen nicht, wenn es nicht angepasst ist. David weißt immer wieder ausdrücklich darauf hin, dass man sich da rein arbeiten muss. Man muss ausprobieren, mit Rückschritten rechnen und wenn es klappt trainieren. Das hört sich sehr lästig und aufwendig an, genau. Es ist mit unter anstrengend sich selbst, den eigenen „Schweinehund“ und die Tricks der anderen zu „bekämpfen“. Der Lohn dafür ist die Klarheit, die ich mir persönlich schon seit zwanzig Jahren wünsche. Ich sitze manchmal wie ein Schulkind im Wohnzimmer an Tisch und mache meine „Hausaufgaben“ um wieder einen Schritt weiter zu kommen. Mein Taschenbuch, so meinte meine Tochter, sieht schlimmer aus als alle Ihre Schulbücher zusammen.

Es kommen täglich Notizen im Buch dazu. Manches funktioniert, manches erst, wenn ich es an meine Umstände angepasst habe. Oft ändern sich Umstände, dann muss auch mein System wieder angepasst werden.

Genau das ist „Wie ich die Dinge geregelt bekomme“, ein Schulbuch für Menschen, die etwas mehr Durchblick und Gelassenheit im Leben möchten. Es gibt sicher auch Menschen, die mit GTD nichts anfangen können. Ich persönlich werde nicht müde, davon zu berichten, wie es mein Leben positiv verändert hat. Eine ganz klare 100% Leseempfehlung! Am Anfang habe ich ständig nach guten Lösungen gesucht, die ich nachmachen konnte, ich habe irgendwann aufgehört. Man muss es einfach ausprobieren. Wie David Allen im Buch vorschlägt, erst Analog mit Notizbücher, Kalendar und Eingangskörben. Wenn das funktioniert, dann kann man seine Wege mit digitalen Helfern gehen. Ich habe aus dem Digitalen einen Schritt zurück gemacht, weil ich merke wie gut mir das händische Aufschreiben tut. Ich kann mir die Sachen einfach besser merken und es ist etwas anderes, sie dann aus den Eingängen in meine Digitalen Helfer zu übertragen. Gut, aber dazu später vielleicht mehr…

Viel Spaß und Erfolg mit „Wie ich die Dinge geregelt kriege“!

Tipp: Auch interessant in dem Zusammenhang ist „DeepWork“ von Cal Newport. Dazu schreibe ich auch noch eine Empfehlung

https://gettingthingsdone.com/

#gelesen:“Die Schönheit der Einfachheit – Kleine Ethik des Einfachen“ von Bernhard von Mutius

Dieses „Büchlein“ hat es wirklich in sich. Als ich es vor einem Jahr von Franz Stommel ausgeliehen bekam, habe ich das nicht im Ansatz geahnt. Ich habe schon einige „Lean-Bücher“ gelesen, dieses Buch ist jedoch weit mehr. Keine 350 Seiten mit Methoden, Erläuterungen und langathmigen Beispielen.

Schlicht und Einfach

Dieses Buch ist ein Konzentrat, die sehr elegante Reduktion dessen, was ich inzwischen als die realen Kern-Themen des Lean-Management kennengelernt habe.

Aufgeteilt in Beobachtungen, Reflexionen, Formen, Lektionen und Fragen zum Thema Einfachheit, ist es ein hervorragender roter Faden, der am Ende auf den Punkt kommt: Einfachheit ist wunderschön. Man kann in Büchern steitenlang um den heißen Brei schreiben, oder man kommt nach 39 Seiten auf den Punkt. Die Gliederung läd zum Nachdenken und auch Weiterdenken ein.

Die Einfachheit, die wir suchen, muss also etwas mit Entwicklung zutun haben. Entwicklung im Sinne von Weiterentwicklung – man muss durch etwas hinduchgegangen sein, es verbessert, verfeinert, „raffiniert“ haben: „Einfachheit als höchste Form der Raffinesse“, wie Steve Jobs gesagt haben soll.

Wer sich das Buch in einem Buchladen um die Ecke besorgen möchte: ISBN 978 – 3 – 9817109 – 1 – 5

Sag es einfach.

Organisation kann so einfach sein, dass selbst Kinder sie beherrschen.

Es gibt Organisationen, die bestehen zu 100 Prozent aus Hochschulabsolventen und/oder ambitionierten Autodidakten. Dort ist das Umfeld für Agilität, Umdenken und kontinuierliche Verbesserung sehr viel kritischer, jedoch auch allgemein zugänglicher. Soll heißen, man kann komplizierte Methoden und Denkweisen erfolgreicher und schneller vermitteln. In Unternehmen, in denen das aufgeteilt ist in z.B. 30% Akademiker, 60% mit Mittlerem Schulabschluss nebst anschliessender Berufsausbildung und 10% Menschen mit Lernschwäche oder gar Analphabetismus (beides leider sehr tabuisierte Themen), stellt sich mir die Frage: Wo treffen sich alle? Das sehr löbliche und zugleich zwingende Ziel bei der Einführung von „Lean“ ist nunmal ALLE mit einzubeziehen.

Im Fußball gibt es sehr kluge Taktiken. Wenn eine Mannschaft angreift, spielen die Defensiven offensiv mit nach vorne. Maximale Kraft nach vorne. Wenn das Team verteidigt, arbeiten die Stürmer als Verstärkung in der Abwehr mit. Maximale Abwehr. Spannend wird es, wenn es dann zum Umschaltspiel kommt. Das gegnerische Team hat einen Fehler gemacht, und es ergibt sich die Chance zu kontern. Jetzt hat die Offensive die Möglichkeit aus der eigenen Hälfte heraus ein Tor zu erzielen. Sie haben sich quasi den Ball am eigenen Strafraum abgeholt. Zu Zeiten von Gerd Müller oder Paul Breitner gab es das noch nicht. Da hat der Stürmer 90 Minuten im Strafraum des Gegners gewartet und solange gebrüllt, bis ihm jemand den Ball vor die Füße gespielt hat. Das wäre heutzutage undenkbar.

Wenn im Unternehmen die 10% dort abgeholt werden müssen, wo sie stehen, und wenn auf dem Weg die 60% mitgenommen werden, dann haben die 30% einen wirklich guten Job gemacht. Dafür ist es jedoch notwendig Kommunikation einfach zu halten. Auf diesem Weg können auch die 30% von den restlichen 70% vieles lernen, das ist ein sehr schöner Nebeneffekt. Oft sorgt das für die notwendige „Erdung“. Weniger Fachchinesisch, weniger Business-Theater und mehr ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe. Wenn man mit einem Kind spricht, neigt man als Erwachsener auch dazu sich hinzuknien, damit man dem Kind in die Augen schauen kann. Tut man das nicht, straft der Knirps den Erwachsenen nicht selten mit Nichtbeachtung. Dies ist keine Respektlosigkeit, er fühlt sich einfach nicht angesprochen.

Vielleicht ist es einfacher, die „Einfachen“ mit einfachen Worten zu erreichen? Ein Wortspiel, dass zum Schmunzeln einlädt. Bis ich selbst verstanden habe, dass einfach nicht gleich „dumm“ ist, sondern „unkompliziert“ bedeuten kann, ist auch eine Weile vergangen.

Es sind nicht die Methoden, die das Unternehmen agil, wendig und wertschöpfend machen. Es sind die Menschen, die gelernt haben die Methoden anzuwenden.

Ich habe oft den Fehler gemacht, dass ich in der Fülle des gelernten abgetaucht bin. Förmlich ersoffen! Ich habe hunderte Lean-Videos aufgesaugt, höre monatlich mindestens ein Hörbuch, lese ein Buch nach dem anderen und täglich Artikel oder Beiträge im Internet. Meine Frau klagt nicht selten über den Konsum von Wissen oder Erfahrungen, da dies ja auch Zeit beansprucht. Diese Zeit nehmen sich die wenigsten. Einer meiner Mentoren riet mir, nicht von anderen zu verlangen genau so wissbegierig zu sein. Er schlug vor das gelernte zu analysieren und in „Einfach“ zu übersetzten.

Moment, wie soll das funktionieren, ohne dass dabei Inhalt auf der Strecke bleibt? Naja, manchmal funktioniert es, manchmal leider nicht. Man lernt selbst die Dinge nicht unnötig zu verkomplizieren und stellt mit Erschrecken fest, wie ausgesprochen schwierig das zum Teil ist.

Wenn man verbal einen Schritt auf die Kollegen zugeht, reagieren diese offener auf Anregungen oder Ideen. Wenn man die Methode mit einer Fussballtaktik erklärt, stehen die Chancen gut, dass zumindest die „Schalke-Fraktion“ im Team „an Bord“ ist. Mit jedem einzelnen, den man auf dem Weg vom Strafraum zum Tor einsammelt, erhöht sich die Chance das Spiel zu gewinnen. Wer sich wundert, dass bei Ausdrücken wie Lean, KPI, Scrum, Shopfloor, Gemba oder Poke Yoke jemand mit den Augen rollt, der sollte darauf mit Verständnis reagieren. Die Annahme, dass dein Gegenüber über exakt das gleiche Vokabular inklusive dazugehörigem Wissen verfügt, ist sehr vermessen.

Also: wer es schafft die Unternehmensziele, Prinzipien, Projektinhalte oder Lean Methoden so zu formulieren, dass ein achtjähriges Kind sie versteht, der wird möglicherweise von ALLEN gehört. Ich behaupte nicht, dass diese Übersetzung leicht ist. Immer wenn es mir persönlich gelingt, ist die Resonanz überwältigend, und die Anerkennung durch mein Gegenüber für diese Sensibilität wirkt nachhaltig:

Ich gehöre einfach zu SEINEM Umfeld dazu, und das bedeutet, ich habe Zugang zu meinem Gegenüber.

#gehoert: Zurück an die Arbeit von Lars Vollmer

Im Rahmen des „Lean Denkens“, der Unternehmensentwicklung und allem was sonst noch so mit dem Wortgespenst „Digitalisierung“ daher kommt, gibt es einen Fels in der Brandung: Lars Vollmer. Von einigen YouTube Beiträgen angesprochen, stolperte ich über dieses Hörbuch. Eingangs war ich schockiert, von einem ausgewiesenen „Lean-Guru“, solche Aussagen zu hören. Im Laufe des Buches wird jedoch klar, dass es mit dem Wandeln in Unternehmen ähnlich ist, wie mit dem Leben auch. Aus Lösungen wachsen Gewohnheiten, irgendwann wuchern diese und man verliert den Überblick. Damit geht auch die Fähigkeit verloren, die Guten von den schlechten Gewohnheiten zu trennen. Das Unternehmen beginnt mit dem abhalten von „Business-Theater“, wie Lars Vollmer es sehr schön nennt. Man hält sich an Aufgaben fest, die nur dem Selbstzweck dienen, jedoch nicht dem Kunden. Der wiederum, ist der einzige, der Kapital in das Unternehmen bringt. Womit die Wertschöpfung dramatisch sinkt und wir wieder bei „Lean-Denken“ wären. Ich bin davon überzeugt, dass in einer sehr großen Anzahl an Unternehmen weltweit, dieses Problem die Hauptursache für unzufriedene Kunden, schlechte Erträge und besonders unzufriedene Mitarbeiter ist. Firmen die nicht erfolgreich sind, sehr oft unter diesem Problem. Wie sagt man im Volksmund so schön: „Der Fisch stinkt vom Kopf her.“ Soll in diesem Fall heißen, dass es nur durch ein Umdenken in der Unternehmensführung gelingt, dieses Problem zu beseitigen. Das ist auch keine Methode, oder irgendein neues System – einfach nur eine Erkenntnis. Nicht ganz leicht, aber sehr wirkungsvoll im Ergebnis. Ich empfehle jedem, der sich in einer Führungsposition befindet, hör dir dieses Buch an, oder lies es!

Mehr zu Lars Vollmer und dem intrinsify.me Netzwerk findest Du hier: www.larsvollmer.com, www.intrinsify.me

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Paul Akers „Lean Health“ für Motivationsmuffel

Über meinen Beruf habe ich vor einem halben Jahr Kontakt zu Paul Akers bekommen. Ich habe sein Buch „2 Second Lean“ gelesen und er empfahl mir ein weiteres Buch „Lean Health„. Da ich zu dieser Zeit gerade am Anfang meiner Lauferei war, habe ich auch dieses gelesen. Da es das Buch ausschliesslich in Englisch gibt, muss man viel mit Googles Übersetzter arbeiten. Aber es lohnt sich! Ich habe aus dem Buch eine Zentrale Erkenntnis erhalten:

Wenn ich mein ganzes Buch in einem Wort zusammenfassen würde, wäre es „Ferrari“. Das Geheimnis zu ausgezeichneter Gesundheit – die Antwort – ist, Deinen Körper zu behandeln, wie Du einen Ferrari behandeln würdest. Ein Ferrari ist der Archetyp eines Sportwagens die präzisesten und leistungsstärksten Maschinen aller Zeiten. Er ist exotisch, schnell, beweglich und schön. Wenn Du Deinen Körper mit der gleichen Sorgfalt behandeln würdest wie einen Ferrari – nur mit dem besten Treibstoff fahren und regelmäßig  zum besten Mechaniker für Wartungsarbeiten und Inspektionen – er würde Dir diese Bemühungen zehnfach zurück geben, für die gesamte Dauer deines Lebens. Folgen Sie diesem Prinzip, und Du kannst große Fortschritte mit Deiner Gesundheit machen.

Ich empfehle das Buch besonders als Motivationshilfe und als Wegweiser für alle die, die sich noch nicht klar sind, wozu sie überhaupt etwas machen sollten.

Paul hat dieses Jahr den Ironman geschafft.

© 2022 Stephan Löttgen

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