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  • Baustelle Zukunft: Warum wir bei Stommel Haus mehr als nur Häuser bauen

    Baustelle Zukunft: Warum wir bei Stommel Haus mehr als nur Häuser bauen

    Vom Zimmerer zum Organisationsentwickler: Ein Blick hinter die Kulissen der Stommel Haus Akademie.

    Wenn mich Leute fragen, was ich bei Stommel Haus eigentlich mache, runzeln sie oft die Stirn, wenn ich antworte: „Ich sorge dafür, dass wir nicht nur Häuser bauen, sondern auch uns selbst.“

    Auf dem Papier leite ich die Stommel Haus Akademie und verantworte die Organisationsentwicklung. Aber was heißt das konkret in einem mittelständischen Handwerksunternehmen? Sitzen wir den ganzen Tag in Seminarräumen und atmen Weihrauch?

    Ganz im Gegenteil. Meine Arbeit findet dort statt, wo die Späne fliegen – und vor allem in den Köpfen dazwischen.

    Die „Lernende Organisation“ ist kein Buzzword

    Als ich 2016 hier anfing, stand ich selbst an der CNC-Maschine. Ich komme aus dem Handwerk, ich kenne den Geruch von Holz und den Druck auf der Baustelle. Genau deshalb weiß ich: Theorie, die im Büro erdacht wird, scheitert in der Halle oft an der Realität.

    Unsere Mission bei Stommel Haus war radikal einfach: Wir wollten ein Unternehmen bauen, das lernt. Nicht einmal im Jahr bei einer Fortbildung, sondern jeden Tag. Wir nennen das die „Stommel Haus Akademie“.

    Entscheidungen dort treffen, wo die Ahnung ist

    In vielen Firmen entscheidet der Chef, wie gearbeitet wird. Bei uns entscheidet derjenige, der die meiste Kompetenz für das jeweilige Problem hat. Das klingt logisch, ist aber ein harter kultureller Wandel.

    Meine Aufgabe ist es, Systeme zu schaffen, die das ermöglichen.

    • Wie müssen Informationen fließen, damit der Zimmerer an der Maschine autark entscheiden kann?
    • Wie schaffen wir eine Kultur, in der Fehler keine Katastrophen sind, sondern Lernchancen?
    • Wie verhindern wir das „Horten von Wissen“, das so viele Firmen lähmt?

    Monozukuri: Der Spirit hinter dem Handwerk

    Ein Begriff, der mich dabei leitet, ist Monozukuri. Das ist japanisch und bedeutet wörtlich „Herstellung von Dingen“. Aber eigentlich meint es viel mehr: Es ist die Haltung, mit Hingabe, Stolz und dem ständigen Drang nach Verbesserung etwas zu schaffen.

    Wir haben diese Philosophie mit dem rheinischen Pragmatismus gepaart. Das Ergebnis sind Formate wie unser tägliches Morgentreffen, 19+1 Projekttage oder der „Boxenstopp“ mit den SystemPraktikern. Ja, wir halten unsere Produktion manchmal bewusst an. Nicht, weil etwas kaputt ist, sondern um die „Säge zu schärfen“. Wir nehmen uns die Zeit, Prozesse zu hinterfragen und zu verbessern, statt blind weiterzuarbeiten.

    (Mehr dazu habe ich übrigens in diesem Artikel beschrieben: Boxenstopp in der Manufaktur)

    Warum ich das mache?

    Ich glaube fest daran: Ein Unternehmen ist keine Maschine. Es ist ein lebendiger Organismus. Wenn wir aufhören zu lernen, fangen wir an zu sterben – oder zumindest irrelevant zu werden.

    Meine Arbeit bei Stommel Haus ist der Versuch, Tradition und Innovation zu versöhnen. Mit Systemtheorie im Kopf und Sägemehl an den Schuhen.

    Willkommen in meiner „Verbesserungswelt“.

    Stephan Löttgen ist Leiter der Stommel Haus Akademie, Podcaster und „pragmatischer Generalist“. Er brennt für vitale Organisationen und vernetztes Denken.