Im Sommer 1994 began mein Weg als Handwerker mit einem Kraftakt, der mich Zuhause sofort vor Erschöpfung einschlafen ließ. 52 Rollen „Teerpappe“ über eine wagemutige Holz-Bohlen-Konstruktion, bei 30°C im Schatten, vom LKW auf das Dach einer Leichenhalle. Als ich am folgenden Morgen die Augen öffnete, war ich einfach nur zufrieden und sicher, dass mich so leicht nichts aus der Bahn werfen kann.

white clouds on sky
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Keine 5 Monate später, meldete mein Ausbildungsbetrieb Insolvenz an. Auf Umwegen fand ich einen guten Betrieb, der mich weiter ausgebildet hat. Im ersten Gesellenjahr als Zimmerer, hatte ich eine schweren Arbeitsunfall, was mich vorübergehend Berufsunfähig machte. Meine Leidenschaft zu Reden, führte mich in den Handel und ich began einen weitere Ausbildung als Handelsassistent bei SATURN in Köln. Täglich zwischen 50 und 200 Kunden beraten und zufriedene Stammkunden. Eine älter Dame, die mir direkt sehr sympatisch war, kaufte jeden Monat ein neues Laptop. Ja richtig, jeden Monat! Ich habe mich in Diskretion geübt und sie jedes Mal mit dem selben Aufwand beraten, als währe es das erste Mal. Natürlich lernte ich sie von mal zu mal besser kennen, dass wiederum habe ich zu ihrem Vorteil genutzt. Irgendwann kam sie nicht mehr alleine und kaufte für sich selbst das Laptop, sondern in Begleitung einer jungen Studentin. Das letzte Laptop sein so ausgezeichnet, dass sie es erstmal nichtmehr hergeben möchte. Zuvor gab sie jeweils das letzte Gerät an eine Studentin, oder einen Studenten, den sie gerne unterstützen wollte. Sie war Unternehmerin und wollte so etwas Gutes für deren Weiterentwicklung tun. Irgendwann hatte sie verstanden, dass die Bedarfsermittlung und die darauf folgende Beratung individuell war. So hatte sie sich entschieden, den Unterstützten eben individuelle Unterstützung zu ermöglichen. Sie hat mir fast 6 Jahre lang treu ihre Schützlinge anvertraut und ich hab das respektiert und bin ihr dankbar für dieses Vertrauen. Die Herausforderung, ihre Studenten gut zu beraten, hat mich zum Autodidakten gemacht. Ich habe mich in sehr viele Themen einarbeiten müssen. Grafikdesign, Videoschnitt, Marketing, Webdesign, Audiobearbeitung und was man sonst noch so alles studieren kann. Nach einem gescheiterten Versuch, ein kompaktes Tonstudio für Sprachaufnahmen (Hörbücher, Podcast, etc.) in einer Wohngemeinschaft in Köln zu gründen, zog mich das Thema Marketing fast schon magisch an.

Marketing bei TL Teileland GmbH

Nach dem ich einigen kleineren Unternehmen, nebengewerblich eine Webseite erarbeitet habe, musste ich mich zwangsläufig mit deren Marketing beschäftigen. Eine neue Passion war geboren. Anfang 2007 entschieden meine Frau und ich wieder ins Oberbergische zurück zu ziehen. Ich bewarb mich bei einem alten Freund als „Ein-Mann-Marketing-Abteilung“ in einem Autoteile-Fachhandel mit angeschlossender Meisterwerkstatt und Großhandel. Die Summe der Fähigkeiten und Erfahrungen gab mir das notwendige Werkzeug, um weitere wertvolle Erfahrungen zu sammeln und einige Kampangen zu entwickeln, die bis Heute erfolgreich Bestand haben. Die einzige Person, die mich jetzt noch aufhalten konnte, war meine gerade geborene Tochter. Die Aufgaben im Marketing erforderten soviel Zeitaufwand, dass ich mich für einen Schritt in richtige Richtung entschieden habe. Um meiner Tochter und meiner Frau gerecht zu werden, brauchte ich einen 9to5 Job. Also zurück in den Einzelhandel, quasi an die „Kundenfront“ im Oberbergischen. Durch einen Zufall erfuhr ich, dass ein regionaler Expert-Markt mich einstellen wollte. Ich war so überzeugt, dass ich als „Championsleauge“-Verkäufer aus der Großstadt, auf dem Land in der „Bezirksklasse“ der Superstar bin. Für die Kunden ja, nur was meine Kollegen davon gehalten haben, stand auf einer ganz anderen Karte. Wie kann man souverän und proaktiv Handeln, ohne teilweise „introvertierten“ Kollegen nicht in die Parade zu fahren?! Es hat vier Jahre gebraucht, bis die meiste Verstanden haben, dass ich mit ihnen und für unsere gemeinsamen Kunden arbeite. Das ich zu dem Zeitpunkt die Verantwortung für den Kundenservice, dass Reklamationsmanagement und das Lager übernommen hatte, war tatsächlich der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Dort konnte ich ihnen allen dienen, dem Unternehmen, den Kollegen und ganz besonders den Kunden. Hatte ich einen Kundenproblem analysiert und die Ursache entdekt, konnte ich entweder sebst zur Lösung führen, oder zum richtigen Kollegen begleiten. Da ein großer Teil der ehemaligen Kollegen aus der TL Teileland GmbH zu meinen Kunden gehörte, blieb der Kontakt immer „warm“, so das ich irgendwann als mögliche Besetzung für das Lager dort ins Gespräch kam.

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Das Projekt war etwas größer angelegt, da dort der Fachmarkt, der Großhandel und die Meisterwerkstatt effizienter und optimaler zusammen arbeiten sollten. Ein sollte ein „KVP“-Projekt (Koninuierlicher Verbesserungs Prozes) werden und wurde stattdessen ein Desaster! Ich habe aus heutiger Sicht, vieles richtig gemacht, jedoch auch die wenigen krassen Fehler, die man einfach nicht machen darf. Sonst endet so ein Projekt mit einer Notbremse und in einem zwischenmenschlichen Alptraum. Jedenfalls für mich, den wir trennten uns ein paar Tage vor Weihnachten. Meine Familie, die inzwischen noch einen weiteren Zuwachs durch meinem Sohn bekam, stand geschlossen hinter mir. Das hat mir den Mut gegeben, wieder „aufzustehen“ und eine alte Liebe zu reaktivieren. Die gesundheitlich bedingte Berufsunfähigkeit, hatte sich im Laufe der Jahre erledigt. Ich konnte wieder als Zimmerer arbeiten, was genau das richtige für meinen Kopf und die Weiterentwicklung war. Ich musste nach ca. 13 Jahren stillstand, quasi wieder bei Null anfangen. So machte ich eine zweite „praktische“ Ausbildung in einer Zimmerei. Ganz ohne Berufsschule und was soll ich euch sagen, es hat mir mega viel Freude gemacht. Was ich einem sehr geduldigen und erfahrenen Lehrmeister zu verdanken habe. Auch wenn in dem Alter der Spot jüngerer Kollegen schonmal etwas schmerzhaft war, ich wußte ja wozu es gut war. Nach vier Jahren, bin ich dann durch einen Kollegen auf die Möglichkeit des Wechsels zu Stommel Haus aufmerksam gemacht woden. Es hat mich schon gereitzt, aus dem Kleinbetrieb wieder in ein großes Team zu wechsen und so sprach ich mit Ralf Stommel. Er fand, dass all die Stationen und Fähigkeiten prima zu Stommel Haus passen. Das können wir hier alles gebrauchen. Er hat Recht behalten, ich habe es inzwischen wirklich alles schon mal irgndwie eingesetzt.

crop carpenter with chisel carving wood

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Wobei die Arbeit mit Holz eine ewige Leidenschaft ist und auch hoffentlich immer bleiben kann. In den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert bei Stommel Haus. Wir haben eine Akademie zur gemeinsamen Weiterentwicklung ins Leben gerufen. Oft werde ich gefragt, was dort unterrichtet wird? Dann muss ich schmunzelnd ein wenig ausholen, da es nicht ganz so einfach ist. Was die Stomel Haus Akademie ist und wie meine Rolle in ihr ist, dass kannst Du hier nachlesen:

Die Stommel Haus Akademie

Ich selbst habe das große Glück, dass ich ein paar Tage vor Weihnachen 2016 auf ein Video von meinen Freunden und Metoren Paul Akers und Michael Althoff aufmerksam geworden bin.

Paul Akers und Frunde, aus der ganzen Welt, zu Gast bei Stommel Haus

Durch ihre Offenheit und Leidenschaft andere Menschen zu fördern, eröffnete sich mir ein sehr wertvolles Netzwerk von Freunden und Mentoren. Wenn man es genau nimmt, dann bin ich Teil einer „Gemeinschaft des praktischen Lernens“ und ich entwickel mich gemeinsam mit all diesen Menschen weiter. Entscheident ist letztlich, der Respekt allen und jedem gegenüber.

Danke für Deine Aufmerksamkeit, wenn Du erfahren möchtest, welche Perspektiven ich sehe, dann schau mal hier!

Unternehmer, Lean-/Kaizen-Begeisterte und Freunde aus aller Welt, zu Gast bei Yellotools in Windeck 2018 zum Global Lean Leadership Summit
Hier zeigt Paul uns seine große Leidenschaft: FastCap, Menschen fördern und Lean.
Hier eine kurzes Video von Michael und Yellotools. Dieses Beispiel hat uns sehr stark inspiriert.
Mario ist der erste deutschsprachige Impulsgeber für mich gewesen. Sehr empfehlenswerter Beitrag von ihm.