Kategorie: Lean

Lean ist ein Begriff aus der Industrie, bzw. der Produktion. Es ist die westliche Bezeichnung für das Japanische Kaizen und dem daraus entstandenen „Toyota Production System“. Ich bezeichne mich gerne als „Lean-Maniac“, da ich diese Denkweise als Grundlage meiner Arbeit betrachte.

Gute Zusammenarbeit: Meine Erfahrungen

Stimmt, wir sollten erst klären, was ich unter guter Zusammenarbeit verstehe. Das ist ja nicht immer direkt klar, wenn sich mehrere Menschen darüber unterhalten. Ich denke, dass liegt an der individuellen Sicht auf das was man selbst von Zusammenarbeit erwartet. Der Eine besteht auf reibungslosen Ablauf in der Projekt-Arbeit und der Andere erfreut sich an einem produktiven Streitgespräch. Es hängt nicht selten davon ab, was die Führungskräfte an Zielen ausgeben, bzw. was der Kunde an Erwartungen stellt.

Mit der Sicht des Kunden auf unsere Arbeit, kommen wir meiner Definition von guter Zusammenarbeit ein großes Stück näher. Wenn nicht er, der Nutzer unseres Angebotes, wer sonst hat Anspruch auf gute und Interesse an guter Zusammenarbeit?! Er zahlt letztendlich dafür, dass wir gut zusammenarbeiten. Also was, ist dann jetzt in seinem Sinne?

„Das, was wir tun, darf nicht „für die Katz“ sein, also nutzlos.“ So oder so ähnlich, erklärte mir Mari Furukawa-Caspary Mal in einem Gespräch, was man bei Toyota meint, wenn man von „Muda“ spricht. Der Begriff, der weit verbreitet, mit Verschwendung übersetzt wird. Was schon ein gewisser Unterschied ist. Wenn ich jetzt im Bezug auf ein Streitgespräch oder einer Diskussion von Verschwendung spreche, ist das nicht richtig. Aus meiner Perspektive kann ein Streit und auch eine Diskussion zu einer notwendigen Weiterentwicklung beitragen. Das ist nicht garantiert, jedoch oft der Fall. Wie oft hören wir Sätze, wie: „Jetzt hört Mal auf zu palavern, wir müssen Heute noch fertig werden!“

Das ist, in der Regel, kein Ansporn um schneller die Arbeit fertig zu bekommen, sondern um der unangenehmen Diskussion aus dem Weg zu gehen. Lieber einen weiteren Fehler in Kauf nehmen, oder riskieren, dass das Gegenüber doch nicht eingesehen hat, als weiter in einen Streit zu investieren. Womit ich nicht sagen will, dass gute Zusammenarbeit aus gesundem Streit besteht, jedoch zum Teil aus der Fähigkeit gemeinsam erfolgreich Dinge zu erstreiten. In Sachen Diskussion, ist Beharrlichkeit, Respekt und im Bedarfsfall etwas Abstand gut, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Man muss die Diskussion nicht von Anfang bis Ende im Eiltempo durchziehen, jedoch grundsätzlich ein gemeinsames Ende finden. Also eines, womit alle Beteiligten, eben auch der Kunde, am Ende zufrieden sind. Vielleicht geht da auch schon Mal jemand emotional „an die Decke“, wenn gestritten wird. Das zu reduzieren und respektvoll und umsichtig zu streiten, dass kann man trainieren. Dazu muss jedoch Gelegenheit sein. Wer also in der Verantwortung steht, sollte einen Streit besser moderieren, als ihn zu unterbinden. Wie man auch aus anderen Bereichen des Lebens weiß, staut sich das auf und führt zu unnötigem Druck. Also besser diskutieren statt „explodieren“…

Gut zu streiten, zu diskutieren und sich zu einigen, bedarf einer gewissen Übung. Auch gute Rahmenbedingungen, wie Prinzipien miteinander sind wichtige Bausteine. Hier einige Beispiele:

Habe Respekt vor Deinem Gegenüber. Immer!

Wir lassen uns grundsätzlich ausreden. Hebe die Hand, wenn Du etwas sagen möchtest.

Wir sprechen miteinander und nicht übereinander.

Diese Prinzipien tragen wir wie das Grundgesetz durch den Alltag. Jeder weiß, dass es zu verteidigen gilt, damit wir offen und ehrlich zusammenarbeiten können. Entscheidend bei solchen Prinzipien ist, dass sie gemeinsam beschlossen werden und dem Schutz aller Beteiligten dienen. Natürlich wurden diese und noch viele andere Prinzipien vorgeschlagen, jedoch werden sie bei Bedarf auch angepasst. Sie sind offizielle Prinzipien, damit sie ihrer Aufgabe gerecht werden können: Ein Schutzraum für gute und offene Kommunikation zu bilden. Durch ein tägliches Training von guter Kommunikation in einem Morgentreffen aller Mitarbeiter, steigern wir die Wertschöpfung und vermeiden, dass wir unnötigen Aufwand betreiben. Auch, weil wir Diskussionen bis zur Einigkeit, bzw. Entscheidung bringen. Ein Abbruch, um Zeit zu sparen, wiederspricht sich selbst. Nimmt man die Zeit aller weiteren Fehler, aller Kosten die durch das Verschleppen zustande kommen, steht das in keinem Verhältnis. Die Fähigkeit gut zu Kommunizieren, zu Diskutieren und zu streiten, kosten Geduld, Mut, Nerven und eben Zeit. Ohne die, geht es einfach nicht.

„Was genau können wir also verändern und worauf genau müssen wir achten?“ Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt. Die Antwort ist: Achtsamkeit. Achtet auf mögliche Alternativen und seit bereit zur Veränderung, jedoch nicht um jeden Preis. Veränderung muss einem Zweck dienen, der alle Beteiligten einer Unternehmung zufrieden stellt. Den Unternehmer, den Mitarbeiter und ganz besonders den Kunden. Mindestens genau so notwendig, ist es auf alle Beteiligten zu achten. Wer die Mitarbeiter aus den Augen verliert, wird handlungsunfähig, wer die Führung aus dem Auge verliert, auch. Ganz besonders tragisch wird es jedoch, wenn Unternehmer und Mitarbeiter den Kunden aus den Augen und aus dem Sinn verlieren. Vielmehr ein Bild von einem Kunden kultivieren, dass dem Unternehmen dient, jedoch dem Kunden selbst nicht. Es gibt auch Unternehmer, die sich selbst als ausgesprochen Kundenorientiert betrachten, jedoch den Mitarbeitern keinerlei Möglichkeit geben, selbst die Kunden kennen zu lernen. Dort reicht es, wenn der „Kapitän“ das Ziel kennt. Was natürlich völlig überholt ist, da Mitarbeiter nur am gemeinsamen Weiterentwicklungs-Prozess teilnehmen können, wenn sie die Ursachen für die Weiterentwicklung auch wahrnehmen können. Wie sagte man mir früher immer: „Wenn jemand sagt, spring aus dem Fenster! Dann tust Du das ja auch nicht, nur weil er das gesagt hat!?“

In der Summe kann ich Dir empfehlen, Dich selbst täglich zu Hinterfragen. Zuzuhören, wenn Dir jemand eine Rückmeldung gibt. Lebe selbst vor, was Du verändern möchtest. Kommuniziere offen, respektvoll und konzentriert. Fehler in der verbalen und non-verbalen Kommunikation sind meist Langzeitschäden, die es zu reparieren, viel Zeit und Aufwand kostet. Sei selbst die bessere Version dessen, dass Du von anderen erwartest zu sein. Nur vergiss nicht, wir sind alle nur Menschen! Nimm bitte nicht alles wörtlich und suche die Fehlerursache im Rahmenwerk/ im System und nicht beim Menschen. Nutze Dein Wissen und Deine Erfahrungen, um andere Menschen wachsen zu lassen. Nimm Dich selbst nicht zu wichtig und erwarte von anderen keine Quantensprünge. Weil eines wirklich fest steht:“Das Gras wächst nicht schneller, nur weil Du daran ziehst!“

Danke für die Aufmerksamkeit!

#Zusammenarbeit #Kommunikation #Unternehmensentwicklung #Rahmenwerk #Team #Erfahrungen #Fehler #Führung #Stommelhaus #stephanloettgen

Wonach suchen wir eigentlich?!

Wäre es unwirtschaftlich, wenn Organisationen statt nach Akademikern, gezielt nach Quereinsteigern ohne Branchenkenntniss suchen? Um sie dabei zu begleiten und „herauszufördern“, wie sie eine Stelle innovativ umgestalten und echte Innovation finden?

“Es macht keinen Sinn, kluge Köpfe einzustellen und ihnen dann zu sagen, was sie zu tun haben. Wir stellen kluge Köpfe ein, damit sie uns sagen, was wir tun können.“

Steve Jobs, Gründer von Apple Inc., im Jahr 1996

Das Heute immernoch regelmäßig mit Beifall bedachte Zitat von Steve Jobs, ist nach meiner Ansicht in die Jahre gekommen. Unternehmen sollten „Keimlinge“ setzten und keine „vorgezogenen Jung-Pflanzen“. Wer unvorbereitet mit Probleme konfrontiert wird, der entscheidend und lernt anders. Um schnelle Weiterentwicklung zu ermöglichen, mit dem Risiko zu Scheitern… Hmmm, ginge wohl nur mit „doppeltem Boden“, also einem Akademiker/Coach/Trainer an der Seite des Quereinsteigers? Würde natürlich die Innovation ausbremsen, dafür einen Prozess der Weiterentwicklung des Akademikers beschleunigen. Gut, die „Reibung“ zwischen den Beiden ist sicher für das Unternehmen nur bedingt wirtschaftlich… Da frage ich mich, im Anbetracht von Innovationsdruck, wie tief in den vorhandenen Struckturen unserer Organisationen die Bereitschaft für Veränderung angesetzt werden darf?! Vielleicht ist das ähnlich wie bei einem Computer, wo man das BIOS besser nicht löscht. Oder auch bei Menschen, die ihr Gedächtnis verlieren. Sie wissen trotz Verlust weiterhin, wie man atmen, essen und trinken kann. Das Überleben ist also gesichert.

Wird das BIOS gelöscht, ist die Hauptplatine nicht mehr funktionstüchtig.

Was können Organisationen riskieren? Anders gefragt, wie riskant ist es einfach ohne eine gezielte Veränderung weiter zu machen? Dort, wo der Taylorismus gerade die Organisation blockiert, wird gegen massive Wiederstände in allen Organisationsebenen gearbeitet. Der Aufwand ist enorm und nicht selten ohne wirkliche Veränderung. Zuviel wurde über Jahre hinweg in Beton gegossen. Flexibel, wie ein Militärbunker, der vor externen Angriffen schützen soll. Nur das die Erbauer nicht bedacht haben, dass es ein Virus geben könnte, der im Inneren des Bunkers die Insassen angreift. Der wie ein Trojanisches Pferd schon im Lebensmittel vorrat gewartet hat. Nicht um die Organisation zu zerstören, sondern um zu überleben. Der „Virus“ vergleichbar mit dem Business-Theater in vielen Unternehmen, dient dem Selbstzweck. Der Kunde Spiel in diesem Zusammenhang keine Rolle. Wie weit sind Organisationen in der Lage über ihren eigenen Horizont hinaus zu blicken? Das was ihnen aktuell das Leben schwer macht, ist nicht die „Konkurrenz“. Die haben mit sich selbst genug zu kämpfen, es ist das „große Ganze“. Von dem jede Organisation ein Teil ist, wie auch die Mitarbeiter ein Teil der Organisation und gleichzeitig des „großen Ganzen“ sind. In unterschiedlichen Systemen. Stellt sich die Frage, was ist dieses „große Ganze“?

Auch der Garten ist Teil des „großen Ganzen“

Möglicherweise die Umwelt in der wir alle Leben, die einfach keine Grenzen hat. Zumindest keine, die wir Menschen uns vorstellen können. In den letzten hundert Jahren, war das auch für die wenigsten notwendig. Besonders im Bezug auf ein Unternehmen. Dort waren der Markt und die Mitbewerber von Relevanz, was sich in dramatischer Weise geändert hat. In einem Garten, dessen evolotionäres Gedächtnis weit über die letzten zwei Jahrtausend hinaus besteht, wird schon immer das „große Ganze“ berücksichtigt. Okay, auch hier ist in den letzten zweihundert Jahren mit Monokulturen, künstlichem Düngemittel und ähnlichem Quatsch einiges auf die schiefe Bahn geraten. Als ich meine Frau bei der Planung unseres eigenen Gartens unterstützen durfte, wurden mir die Parallelen zwischen Garten und Organisation immer bewusster. Inspiriert davon begab ich mich auf die Suche nach anderen Menschen, die sowas denken. Ein Artikel von Dr.in Monika Kerbl, die genau diese Beobachtung beschreibt. Sie wiederum verweist auf das Buch „In den Gärten des Managements“ von Matthias Noellke. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, halte ich mir jedoch gerne offen. Worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist die Komplexität im Garten, die immer vergleichbarer mit der von Organisationen ist. Möglicherweise der „Garten des Managements“, bei mir eher ein „Garten der ganzheitlichen Führung“ oder so ähnlich. In jedem Fall spannend, wenn die Lenker der Organisationen sich diesbezüglich eher wie ein Gärtner verhalten.

Also, wonach suchen wir eigentlich?! Nach dem Akademiker, dem Gärtner oder dem Setzling?

Ich freue mich auf Feedback zu diesem Beitrag!

Menschen sind „Im Grunde #LEAN“

Da lag sie auf dem Boden im #Supermarkt, sie wurde leider verloren. Ich musste zwei Mal hin schauen, bis ich erkannt habe, dass es sich um eine „echte“ #kanban handelt. Nicht aus dem #Warenmanagement des Supermarktes, nein! Ich denke, sie hängt sonst mit einem Magneten und einem abwaschbaren Folienstift zusammen an einem Kühlschrank und wird immer dann beschrieben, wenn etwas droht auszugehen. Vielleicht auch erst, wenn etwas ausgegangen ist. Die Karte wird dann mit in den Supermarkt genommen um alles zu beschaffen, was auf ihr steht. Anschließend wäscht man die Bestellungen ab und hängt die leere Karte zurück an ihren Ort. Ja, das ist doch ein KANBAN-Kreislauf, wie er im Lehrbuch steht!? Oder eben nicht. Denn er ist aus dem Leben entsprungen und es hat ihn sich einfach jemand aus eigenem Antrieb ausgedacht. Ohne eine #Strategie, ein Black-Belt oder eine Jahresziel-Vereinbarung.

Rutger #Bregmann behauptet in seinem Buch „Im Grunde gut“, dass der #Mensch eben keine Böse Natur hat. Ich behaupte, dass der Mensch „Im Grunde #LEAN“ ist! Man muss es ihm nicht bei bringen. Das wurde nur mit sehr viel Aufwand über viele Jahrzehnte hinweg ab trainiert. Man muss dieser ursprünglichen #Gewohnheiten einfach nur Raum geben, sich wieder zu entfalten… #imgrundelean

einfach-lean.de wird ab sofort weitergeleitet

Hallo Lean-Interessierte,

im Herbst 2018 habe ich mit einer Hand voll „2 Second Lean“-Fans eine deutschsprachige Anlaufstelle für „einfaches Lean“ gestartet. Unter der Webadresse www.einfach-lean.de konnte man bislang alle Informationen zur deutschen Übersetzung von Paul Akers Buch „2 Second Lean“ auf dieser Webseite nachlesen. Seit dem erstellen der Webseite hat sich in der deutschsprachigen Lean-Community sehr viel verändert. Ich selbst habe über die Internationalen Kontakte in der „2 Second Lean – Community“ hinaus, viele sehr gute Beziehungen zur LeanBase aufgebaut. Ob über den LeanStammtisch von Janine Kreienbrink, oder die vielen sehr guten Kontakte in den verschiedenen Netzwerken.

Als wir die einfach-lean-Seite ins Netz gestellt haben, war die LeanBase noch die „LeanKnowlegeBase“ und bei weitem nicht so gut aufgestellt wie jetzt. Die Webseite hat sich massiv verbessert und auch die Inhalte sind viel allgemeiner geworden. Vor einigen Wochen, wurde selbst der Link zu Pauls Buch in der Abteilung „LeanBooks“ aufgenommen. Dort findet Ihr das kostenlose Buch und auch einen Link zu meinem persönlichen Profil bei der LeanMap. Solltest Du Dich also für einfaches Lean oder auch jegliche andere Art von Lean interessieren, dann bist Du bei der LeanBase sehr gut aufgehoben.

Da es nach meinem Empfinden nicht weiter notwendig ist, eine separate Webseite für einfaches Lean zu betreiben, leite ich ab sofort die URL „www.einfach-lean.de“ direkt zur LeanBase weiter. Das LeanBase-Team macht dort einen so guten Job, dass ich das gerne so unterstützen möchte.

Beste Grüße und bleibt Gesund
Stephan Löttgen

Podcast „Hin & Zurück“

Die ersten Zehn Episoden sind bereits im Kasten. Es fühlt sich gut an und ich werde dieses Format in jedem Fall weiter ausbauen. Wie es dazu gekommen ist, dass kann ich Dir gerne erzählen.

„Kannst Du nicht mal Videos, oder so einen Podcast machen?“

Ein Gesprächspartner während eines LeanStammtisch Anfang 2019

Ich kann garnicht genau sagen wieviele Stunden ich Recherchiert habe, um herauszufinden, wie man einen Podcast veröffentlichen kann. Ich habe 2007 einen Podcast mit Apple Garageband aufgezeichnet, jedoch nie veröffentlicht. Ich wusste wie, jedoch nicht wo und was ich tun muss. Ich selbst bin sehr großer Fan von verschiedenen Podcast-Formaten:

Meditation, Coaching & Life / Der Podcast mit Michael „Curse“ Kurth

Der Bewohnerfrei Podcast mit Tobias Beck

ICH WIR ALLE Selbst + Team + Werte-entwicklung

Raabe & Kampf

Um mal ein paar Beispiele zu geben. Ich mag sie alle und höre meisten durcheinander, je nach Laune. Beim letzten Beispiel, dem von Raabe & Kampf, steht oben rechts auf der Webseite, ein interessanter Link. Dem bin ich gefolgt und habe gleichzeitig die ersten zehn Folgen des Podcast verschlungen. Melanie und Laura sitzen ganz unaufgeregt zusammen und sprechen über interessante Themen aus Ihrer Selbstständigkeit, bzw. dem Leben. Keine aufwendigen Audioeffekte, keine Schnitte, keine Storybook. Einfach die Beiden im Gespräch. Wow, dass hat mich beeindruckt, denn ich war von mehreren Stunden aufwand pro Episode ausgegangen. Ich hatte mich schon meiner Familie gegenüber in der Rechenschaft gesehen, dass ich diese Zeit privat investieren muss, oder mich in Gesprächen mit Ralf Stommel gesehenen. Aber so einfach hatte ich bis dahin noch nicht gedacht. Also aufwand gering halten und dann benötige ich nurnoch 45 Minuten in der Woche für die Aufzeichnung. Ist doch super.

Ob das nicht noch besser geht? Ich benötige einen Rahmen für alles, was könnte das sein? Während ich den „Raabe & Kampf“ Podcast so vor mich hin gehört habe, ist irgendwie der Knoten geplatzt. Ich habe jeden Morgen ca. 20 ungenutzte Minuten auf dem Weg zur Arbeit. Die Fahrt begrenzt die Aufnahme. Prima. Weitere 20 Minuten auf dem Weg zurück. Das sind genau die 40 Minuten, die eine Episode dauern soll. Gut, der Name lag auf der Hand. Die Tonqualität ist so nicht die Beste, jedoch geht es ja auch um den Inhalt.

Der Inhalt wiederum ist ungeschnitten, lebendig und möglicherweise sehr „zäh“ zu konsumieren. Durch den Verkauf und das Morgentreffen, habe ich schon so manches Feedback und auch scharfe Kritik zu meinen Monologen bekommen. Natürlich möchte ich besser kommunizieren, jedoch fehlt mir die Möglichkeit der Reflektion. Die bietet mir der Podcast. Wer mag hört mal rein, wem das zu anstrengend ist, auch gut. Wie heißt es so schön: Man kann den Gaul nur zur Tränke führen, saufen muss er selbst. Ich hoffe auf ausreichend Kritik und Anregungen, da ich gerne zurückgeben möchte, was ich so wohlwollend erhalten habe.

An dieser Stelle möchte ich gerne abschließend einladen, mich einfach mal zu begleiten. Hin & Zurück, vier mal die Woche und immer aus meinem Kopf direkt und ungeschnitten in Dein Ohr. Ein Erfahrungsbericht zur Entwicklung der Stommel Haus Akademie, gepaart mit täglichen Eindrücken aus meinem Arbeitsalltag.

Hin & Zurück – Stephan Löttgen über #AendereWasDichNervt

Viel Spaß beim Hören!

#gelesen: 2 Second LEAN von Paul Akers

Wer ist Paul Akers? Es gibt genug Menschen, die seinen Namen mal gehört haben. Es gibt auch viele, die seine Videos auf YouTube mal gesehen haben. Die wenigsten haben tatsächlich sein Buch „2 Second Lean“ gelesen. Die, die das Buch gelesen haben, haben sich mit etwas Mut auf den Weg gemacht. Sie haben weiter gesucht, nach mehr Beispielen, nach anderen Firmen, die sich auf den Weg gemacht haben. Sie haben vielleicht den Mut gehabt, Paul eine Nachricht zu schreiben. Ganz sicher haben Sie dann von Paul eine Nachricht zurück bekommen. Paul antwortet immer und immer persönlich.

Bei meiner Arbeit als Maschinenführer, bei Stommel Haus.

Ich habe als Zimmerer die Gelegenheit bekommen mich beruflich mit dem Thema „LEAN Production“ zu beschäftigen. Bei YouTube gibt man LEAN ein und die ersten zehn Treffer sind Videos von Paul oder im Rahmen von 2 Second LEAN. Also habe ich damit begonnen, einen Video-Marathon zu starten. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, jedoch waren es weit mehr als 30 Videos von, mit, oder über Paul Akers. Mein Englisch war ein wenig eingerostet, jedoch hat es ausgereicht um zu erfahren, dass Paul ein Buch geschrieben hat. Also habe ich bei Amazon nachgesehen was es kostet. Dort fand ich das Buch nur auf Englisch. Also schreibe ich Ihm, dass ich das Buch gerne auf Deutsch lesen würde. Seine Antwort, ca. 20 Minuten später, hat mich vollkommen aus den Socken gehauen!

„Guten Morgen Stephan, my book is in German. Here is the link to download it and you can contact Alex from Mercedes-Benz he has copies of it and I’m sure he can help you out.

Lean books 
Lean books <http://2secondlean.com/books>

Thanks
Paul“

Das Buch als gedruckte Version von Alexander Gärtner.

Das hat mich sehr beeindruckt und ich habe das Buch in dem Moment begonnen zu lesen, wo ich die erste Seite heruntergeladen hatte. Alles kostenlos! Wow, der Kontakt zu Alexander Gärtner von Mercedes Benz war super! Alex schickte mir einige Exemplare des Buches, dass er für Paul ins Deutsche übersetzt hat. Warum schreibe ich über diese Ereignisse, statt über den Inhalt des Buches?! Einfach, weil es dazu gehört. „2 Second LEAN“ ist weit mehr als nur ein Buch. Es ist eine Philosophie und ein weltweites Netzwerk von sehr großzügigen Menschen. Die keinen Wert auf externe Unternehmensberater oder Workshops legen. „Each one – Teach one“, jeder lernt von jedem.

Das erste Morgentreffen bei Stommel Haus.

Aber jetzt zum Buch selbst. Paul hat den Weg seiner Firma „FastCap“ zu einem sehr profitablen und schlanken Unternehmen aufgezeichnet. Das hat er auf 21 Kapitel aufgeteilt, wobei es zu Beginn erstmal darum geht, wie er gelernt hat, was „LEAN“ tatsächlich bedeutet. Einige meiner Kollegen empfanden die Geschichte sehr amerikanisch. Gut, Paul ist Amerikaner und die Firma ist in Bellingham Washington. Natürlich ist das Buch und alles im Zusammenhang damit sehr amerikanisch. Jedoch hat Paul bei seinen regelmäßigen Besuchen in Japan, sehr viel von dort mitgebracht: Respekt, Wertschätzung, schlankes Denken. Das, woran viele Unternehmen bei der Einführung von LEAN Denken scheitern, ist die Erkenntnis, dass es um die Zusammenarbeit geht. Es geht um die Menschen und nicht um die Programmierung von Arbeitskräften. Wie schreib Paul so schön auf seinem Buch Deckel: Wie man Menschen fördert, eine Lean-Kultur aufzubauen (und Spaß dabei hat). Paul schafft es in dem Buch das Eis zu brechen. Es geht erst mal nicht um Spagetti-Diagramme, um Methoden und all die Fachbegriffe. Es geht darum Verschwendung zu erkennen, es einfach zu halten und alle, wirklich alle im Unternehmen mitzunehmen. Sätze wie „Nutze Deinen Kopf und nicht Deinen Geldbeutel“, oder „Ändere was Dich nervt“ prägen das Gesamtwerk. Es ist am Ende die Erkenntnis, dass jeder zu einem sehr wichtigen Teil des Unternehmens werden kann, wenn er es zuläßt sich selbst zu verbessern. Menschen fördern, sich selbst weiterzuentwickeln – das ist 2 Second LEAN. Aber woher kommt jetzt der Titel? Einfach. Paul war es wichtig, das seine Mitarbeiter jeden Tag kontinuierlich an Verbesserungen arbeiten, also hat er die Masslatte so niedrig gemacht, dass sie wirklich jeder erreichen kann. Das führt dazu, dass die Kollegen durch einfache kleine Verbesserungen jeden Tag ihr Arbeitsumfeld ein kleines Bisschen besser machen. Das sind in einem Jahr ca. 250 Verbesserungen pro Mitarbeiter! Ein Morgentreffen wie Paul es bei FastCap eingeführt hat, läßt die Mitarbeiter auf Augenhöhe wachsen und sie lernen das Unternehmen aus der Perspektive des Kunden zu sehen. Es reicht eben nicht einfach nur dieses Buch zu lesen, um dann sein Unternehmen schlank und erfolgreich zu machen. Eigene Erfahrungen machen und sich mit dem eigenen Unternehmen und den Menschen darin auseinander setzten. Gemeinsam, täglich und mit der nötigen Beharrlichkeit die Probleme der Kunden lösen.

Über 100 LEAN-Praktiker aus allen Teilen der Welt haben sich in Windeck getroffen.
Paul Akers bei Stommel Haus.

Das Netzwerk von „LEAN-Maniacs“ im sehr positiven Sinn, ist einfach unbezahlbar. Nach dem ich auf dem „Global Lean Leadership Summit 2018“ in Windeck, Deutschland viele dieser Praktiker kennenlernen durfte, konnten wir Paul Akers selbst in Eischeid bei Stommel Haus begrüßen. Paul ist selbst Teil des Netzwerkes und er ist ein lebendiges Beispiel für das was er in seinem Buch beschreibt. Wie er selbst gerne zitiert: Man kann niemand etwas beibringen, man kann nur vormachen wie man selbst es macht. Was man dann daraus macht, hat man nur selbst in der Hand. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich bei Paul für seine großzügige Unterstützung und die vielen sehr guten Beispiele bedanken! Dieses Buch hat tatsächlich mein Leben verändert.

© 2022 Stephan Löttgen

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