Kommunikation.

Es war mal wieder Frederic Laloux, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Das erste Mal, mit seinem Bestseller „Reinventing Organisations“. Dort analysiert und beschreibt er Unternehmen, die einen Weg gefunden haben, besonders Sinn stiftend zusammen zu arbeiten. Die sogenannten „Räume“ für Menschen im Unternehmen öffnen und beschützen, in denen sie sich gemeinsam weiterentwickeln können. Dieses Buch ist inzwischen ein Meilenstein, durch dessen Impulse sich die Arbeitswelt maßgeblich verändert. Auch mich hat dieses Buch stark beeinflusst und inspiriert. Das zweite Mal, habe ich Ihn in einem Interview mit Frank Eilers gehört. Dort regt Frederic an, sich vorzustellen, wie es wohl wäre, wenn es keine Werbung gäbe?!! Was für eine Vorstellung! Auf diesem Gedanken, habe ich Tage lang herum gekaut. Vielleicht mit der von Frederic geforderten Gedult. Wozu machen Unternehmen Werbung? Wem dient die dafür aufgebrachte Energie? Dem Kunden? Verpasst er möglicherweise etwas, wenn es die Werbung nicht gibt? Nun, es gibt ja diesen alten Ausspruch:

„Was ich nicht weiss, dass macht mich nicht heiß.“

Volksmund

Die nächste Frage wäre, was würde ich tun, wenn ich mein Problem kenne, jedoch keine Lösung vorhanden ist? Gut, der Mensch hat immer schon seine Probleme mit entwickelten Lösungen gelöst. Braucht es dafür ein Unternehmen, dass Lösungen für Probleme designt um diese dann als die eine ultimative Lösung für alle ähnlichen Probleme zu verkaufen? Das ist schwieriges Gelände, auf dem wir uns hier gedanklich bewegen. Ich weiß nicht, wie viele Diskussionen ich schon auf LinkedIn oder in Gesprächen unter Freunden, Bekannten oder Kollegen geführt habe. Ich möchte hier mal kurz ausholen, um welchen Gedanken genau es mir geht:

woman in black long sleeve shirt sitting on brown wooden chair
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Ich bin ja im „Kaizen-Universum“ Zuhause und bin ein großer Verfechter der konsequenten Umsetzung von Prinzipien, solange sie einen Sinn ergeben. Da gibt es beispielsweise den Gedanken von Toyota, nur die Autos herzustellen, die vom Kunden auch bestellt wurden. Also nur auf einen Auftrag, der das Produkt durch die Fertigung zieht. Diesem Auftrag liegt, bei einem qualifizierten Vertrieb, möglicherweise ein realer Bedarf zu Grunde. Das nennt man das „Pull-Prinzip“. Es ermöglicht die Herstellung von Produkten, die garantiert einen Bedarf decken. Es gibt dann bereits einen Kaufvertrag und möglicherweise auch schon eine Anzahlung. Bevor man dieses Pull-Produktions-Prinzip verstanden hat, wurde vermutet, dass ein bestimmtes Produkt einen Bedarf erweckt und man hat dann auf Vorrat produziert. Waren die Lager voll und die Nachfrage klein, mussten die Preise runter, um die Waren absetzten zu können. Die Gewinnspanne sinkt oder der Hersteller zahlt am Ende drauf, was durch die nächste Gewinnspanne abgefangen werden muss. Also entsteht im schlimmsten Fall ein „Teufelskreis“, in dem man die Vorproduzierten Waren am Ende eines Bedarfszyklus durch neue Produkte abfangen muss, da man sonst den vorproduzierten Bestand quasi verschenken würde. Eine sogenannte „Mischkalkulation“, die am Ende der Kunde bezahlt.  Doch, will er das?! Der Kunde möchte nur sein Problem lösen, dass Unternehmen löst jedoch auch die eigenen Probleme mit dem Kapital des Kunden. Wer qualitativ hochwertig produziert, sollte nicht nur das Ergebnis betrachten, sondern ein besonderes Augenmerk auf den Weg haben. Um die eigenen Probleme zu kaschieren, haben sich Unternehmen einfach immer aufwendigere Werbe-Abteilungen aufgebaut.

Die Werbung, ist eine Lösung für ein selbst gemachtes Problem. Sie erzeugt einen „künstlichen“ Bedarf, der die vorproduzierten Waren an den „Verbraucher“ bringen soll. Wie spannend, schon allein die Begrifflichkeiten diesbezüglich sind. Kunde, Benutzer oder Bedürftigen, hört man seltener. Verbraucher oder Konsument, ist schon eher die Bezeichung, für die Menschen an denen man sich auszurichten behauptet. Auch die Entwicklung der Produkte, die Anfangs für die „Ewigkeit“ hergestellt werden, und im Laufe des Produktlebens immer stärker zum „Verbrauchsprodukt“ werden. Wo man früher ein PKW für einen Zeitraum von 15-20 Jahren gekauft hat, muss inzwischen alle 3-4 Jahre ein neues Leasing-Modell gekauft werden. Das alte ist noch nicht mal ansatzweise verbraucht, geschweige denn defekt. Auch diese Entwicklung dient dem Selbstzweck der Automobilindustrie. Herstellen, des Herstellens wegen. Würde man mit den Kunden über einen realen Bedarf sprechen, über zu lösende Probleme und das regelmäßig in kurzen Abständen, würde das die Produkte individualisieren. Viele Lösungen, die zum weiterentwickeln einladen. Nicht „Lösungsmüde“ zu werden, ist eine Entwicklung von guter regelmäßiger Kommunikation. Ich halte es, ähnlich wie Frederic Laloux im PodCast-Gespräch mit  Frank Eilers. Ich würde Dich bitten den Podcast wirklich anzuhören. Ich verspreche, es lohnt sich schon wegen der Sichtweisen…

Wenn ein Unternehmen und die Menschen, die dort arbeiten, einen Plan B haben, können sie sehr viel mutiger Handeln. Was ist dann jetzt das eigentliche Problem an der Werbung? Ich denke die Kommunikation. Warum? Sie behauptet, „die eine“ Lösung anzubieten. Was ja quatsch ist, da es mindestes eine Alternative gibt. Okey, vielleicht ist die Luft zum Atmen alternativlos und auch Wasser als Bestandteil unseres Körpers. Die „Lösungen/Produkte“ von Werbenden, sollen den Eindruck vermitteln, dass sie einzigartig und absolut sind. Kein Plan B. Kein Mut. Wie sieht es damit aus, uns als Unternehmer selbst zu hinterfragen? Wie sieht es aus mit klugen Alternativen? Warum kommunizieren Unternehmen nicht, statt zu Werben? Warum unterhalten sich Unternehmen und Kunden nicht über die Alternativen, die uns real und regional weiter bringen? Die Unternehmen können, von einer guten Beziehung zu ihren Kunden mehr profitieren, da sie sich immer an den aktuellen Bedarf anpassen. Es ist heutzutage oft die Rede von Agilität und Resilienz, beides Fähigkeiten, die moderne Unternehmen zu erlernen versuchen. Anpassung an den realen Bedarf unter den gegebenen Umständen. Also, so wenig wie möglich „für die Katz herstellen“. Das ergibt sich, wenn eine gute Beziehung zum eigenen Kunden gepflegt wird.

Abschliessend kann ich vielleicht anregen, diese Gedanken von Laloux, Eilers, Bregman und mir, nicht als Lösung zu verstehen. Es ist vielleicht eine Alternative, bestimmt keine für Deutschland (um diese missbräuchliche Nutzung des Wortes direkt zu klären, wir brauchen miliarden von kleinen Lösungen und Alternativen für uns Menschen in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt), jedoch zur Werbung und ihrer aktuell schwierigen Kommunikation. Ich denke, dass wir hier nicht nur eine Branche haben, die sich selbst hinterfragen muss, sondern eine Gesellschaft. Die Bedürftigen können die Kommunikation selbst in die Hand nehmen. Ein tolles Beispiel ist die Firma Yellotools aus Windeck. Sie nutzen jede Möglichkeit, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Ihr Motto?

We love, what you hate!

Yellotools

Wie interessant, in diesem Zusammenhang, dass sie unteranderem Werkzeuge für die Werbeindustrie herstellen. Sie greifen die Probleme der einzelnen Kunden auf und „laborieren“ gemeinsam mit allen Kunden an Lösungen, die ab einem gewissen Punkt für eine Vielzahl von ihnen so gut ist, dass man dafür bezahlt. Das diese Produkte, auch kurzerhand weiterentwickelt werden können, ist allen klar. Eine klare Kommunikation und viele, viele Alternativen für eine treue Kundschaft. Eine gute Idee? Es gibt inzwischen viele Unternehmen, die so mit ihren Kunden kommunizieren. Leider sind es im Verhältnis zu „breiten Masse“, einfach noch zu wenig. Wir hoffen das Beste und ich freue mich über jedes weitere Unternehmen, dass ich mit einem oder vielen Plänen B,C oder D entdecke. Ich möchte abschließend noch auf eine Passage aus Rutger Bregman’s Buch „Utopien für Realisten“ hinweisen:

Was auch immer wir uns selbst über Meinungsfreiheit einreden, unsere Wertvorstellungen haben eine verdächtige Ähnlichkeit mit denen der Unternehmen, die sich die beste Werbezeit leisten können. Hätte eine politische Partei oder eine religiöse Sekte auch nur einen Bruchteil des Einflusses der Werbeindustrie auf uns und unsere Kinder, so wären wir längst auf den Barrikaden. Aber da es der Markt ist, bleiben wir „neutral“.

Rutger Bregman, Utopien für Realisten, 2021

Diese Entwicklung kann nur bedingt zufrieden stellend sein. Denk Mal darüber nach, was in Deinem Unternehmen, egal ob Inhaber, Führungskraft oder Mitarbeiter, an Alternativen hat. Wie sieht Eure Kommunikation mit dem Kunden aus?

Danke für Dein Interesse

Wie kommt das „Salz“ in die Suppe, aus so vielen Ratgebern?

Wer mich ein wenig kennt, oder mir im Netz folgt, dem ist meine Leidenschaft für Bücher sicher bewusst. Ich lese und höre sehr gerne Bücher (Audiobücher), speziell Fachbücher oder Erfahrungsberichte. Eine gute Möglichkeit, um autodidaktisch zu lernen. Natürlich reicht es nicht aus, diese Bücher einfach nur zu lesen. Ich versuche die Informationen dann zu nutzen, wenn sie in den Alltag passen. Dazu benötige ich jedoch einen groben Überblick. Meist, wenn ich ein Buch das erste Mal in der Hand halte, lese ich den Inhalt „quer“. Soll heißen, ich lese die Namen der Kapitel und schaue, was mich besonders interessiert. Dann freut es mich immer sehr, wenn am Kapitel-Ende eine Zusammenfassung zu finden ist. Nicht selten reicht diese für den groben Überblick. Interessiert mich ein Thema ganz besonders, lese ich das Kapitel direkt und mache mir Notizen. Diese Notizen sind als „Anker“ wichtig, da ich sie später für die Suche nutze. Entweder notiere ich dann nur die Seitenzahl und die Zeilenzahl, oder ich mache zusätzlich noch einen Klebe-Marker in das Buch. Die Klebe-Marker sind eine große Hilfe, wenn ich die Notizen gerade nicht zur Hand habe. Ich habe einen Prozess für mich entwickelt, wie ich diese Bücher durcharbeiten kann. Immer mit dem Ziel, nur die Informationen aufzugreifen, die ich in dem Moment sinnvoll nutzen kann. Was hätte ich zu meiner Schulzeit für einen solchen Prozess und die Freiheit gegeben, einfach das zu lernen, was mich wirklich interessiert.

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Jetzt gibt es allerdings auch Bücher, da lese ich den ersten Satz und „Zack“ bin ich in den Kaninchenbau gefallen. Keine Chance das Buch wieder weg zu legen. Einerseits schön, andererseits auch stressig, da ich dann immer vergesse zu Markieren und zu Notieren. Es liest sich einfach so gut, dass heißt dann achtsam sein und zusammenreißen. Natürlich gibt es auch Bücher, die ich nach 20 Seiten wieder weg lege. Meistens passt der Inhalt nicht, oder ich finde keinen richtigen Zugang zum Thema. Kommt nicht oft vor, jedoch wenn, dann bin ich sehr konsequent. Ein Buch, dass mich nicht erreicht, muss warten. Nicht selten, greife ich das Buch im Bedarfsfall nochmal auf und lese dann tatsächlich noch Mal alle interessanten Stellen und finde dann noch viele weitere Punkte. Diese regelmäßige Beschäftigung mit den Büchern ist einprägsamer, als einmal „nur“ durchzulesen.

Wie kommt jetzt das Salz in die Suppe?! Um die Frage zu beantworten, bedarf es der Klärung, was in diesem Zusammenhang, genau die Suppe und was das Salz ist? Zur Suppe gelangen wir durch ein Rezept, dass in meinem Fall wie folgt aussieht: Man nehme zwei bis drei Bücher, die eine Thematische Schnittmenge zum Problem haben. Jetzt gilt es die brauchbaren Inhalte heraus zu nehmen und auszuprobieren, was davon tatsächlich umsetzbar ist. Die daraus gesammelten Erfahrungen, kann man jetzt wiederum, als Salz in das Rezept einfließen lassen. Natürlich kann man eine Suppe versalzen, daher ist Achtsamkeit und Reflexion ausgesprochen wichtig. Das Salz macht den Unterschied aus und kann gleichzeitig alles verderben. Es gilt also die jeweiligen Entscheidungen sehr gut zu bedenken und Veränderungen als das anzukündigen, was sie sind: Ein Experiment, wie jede andere Suppe auch, bis sie gekostet und für lecker befunden wurde.

Danke für die Aufmerksamkeit und viel Spaß beim nachkochen…😉

Lars Vollmer über Chefs…

Ein sehr schöner Beitrag, der die Sichtweise untermauert, mit der ich regelmäßig erfolgreiche Führungskräfte erlebe.

Der wohl am stärksten gestörte Erfolgsfaktor in deutschen Unternehmen ist: Vertrauen. Die Industrialisierung hat dazu einen großen Beitrag geleistet. Der von Lars beschriebene Weg des „positiven Menschenbildes“ oder einfach Vertrauen genannt, bietet eine Möglichkeit aus dieser Zwickmühle zu gelangen. Es ist sicher nicht einfach und verlangt neben viel Mut, vor allem eines: Vertrauen.

Viel Vergnügen mit dem Video.

Gute Zusammenarbeit: Meine Erfahrungen

Stimmt, wir sollten erst klären, was ich unter guter Zusammenarbeit verstehe. Das ist ja nicht immer direkt klar, wenn sich mehrere Menschen darüber unterhalten. Ich denke, dass liegt an der individuellen Sicht auf das was man selbst von Zusammenarbeit erwartet. Der Eine besteht auf reibungslosen Ablauf in der Projekt-Arbeit und der Andere erfreut sich an einem produktiven Streitgespräch. Es hängt nicht selten davon ab, was die Führungskräfte an Zielen ausgeben, bzw. was der Kunde an Erwartungen stellt.

Mit der Sicht des Kunden auf unsere Arbeit, kommen wir meiner Definition von guter Zusammenarbeit ein großes Stück näher. Wenn nicht er, der Nutzer unseres Angebotes, wer sonst hat Anspruch auf gute und Interesse an guter Zusammenarbeit?! Er zahlt letztendlich dafür, dass wir gut zusammenarbeiten. Also was, ist dann jetzt in seinem Sinne?

„Das, was wir tun, darf nicht „für die Katz“ sein, also nutzlos.“ So oder so ähnlich, erklärte mir Mari Furukawa-Caspary Mal in einem Gespräch, was man bei Toyota meint, wenn man von „Muda“ spricht. Der Begriff, der weit verbreitet, mit Verschwendung übersetzt wird. Was schon ein gewisser Unterschied ist. Wenn ich jetzt im Bezug auf ein Streitgespräch oder einer Diskussion von Verschwendung spreche, ist das nicht richtig. Aus meiner Perspektive kann ein Streit und auch eine Diskussion zu einer notwendigen Weiterentwicklung beitragen. Das ist nicht garantiert, jedoch oft der Fall. Wie oft hören wir Sätze, wie: „Jetzt hört Mal auf zu palavern, wir müssen Heute noch fertig werden!“

Das ist, in der Regel, kein Ansporn um schneller die Arbeit fertig zu bekommen, sondern um der unangenehmen Diskussion aus dem Weg zu gehen. Lieber einen weiteren Fehler in Kauf nehmen, oder riskieren, dass das Gegenüber doch nicht eingesehen hat, als weiter in einen Streit zu investieren. Womit ich nicht sagen will, dass gute Zusammenarbeit aus gesundem Streit besteht, jedoch zum Teil aus der Fähigkeit gemeinsam erfolgreich Dinge zu erstreiten. In Sachen Diskussion, ist Beharrlichkeit, Respekt und im Bedarfsfall etwas Abstand gut, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Man muss die Diskussion nicht von Anfang bis Ende im Eiltempo durchziehen, jedoch grundsätzlich ein gemeinsames Ende finden. Also eines, womit alle Beteiligten, eben auch der Kunde, am Ende zufrieden sind. Vielleicht geht da auch schon Mal jemand emotional „an die Decke“, wenn gestritten wird. Das zu reduzieren und respektvoll und umsichtig zu streiten, dass kann man trainieren. Dazu muss jedoch Gelegenheit sein. Wer also in der Verantwortung steht, sollte einen Streit besser moderieren, als ihn zu unterbinden. Wie man auch aus anderen Bereichen des Lebens weiß, staut sich das auf und führt zu unnötigem Druck. Also besser diskutieren statt „explodieren“…

Gut zu streiten, zu diskutieren und sich zu einigen, bedarf einer gewissen Übung. Auch gute Rahmenbedingungen, wie Prinzipien miteinander sind wichtige Bausteine. Hier einige Beispiele:

Habe Respekt vor Deinem Gegenüber. Immer!

Wir lassen uns grundsätzlich ausreden. Hebe die Hand, wenn Du etwas sagen möchtest.

Wir sprechen miteinander und nicht übereinander.

Diese Prinzipien tragen wir wie das Grundgesetz durch den Alltag. Jeder weiß, dass es zu verteidigen gilt, damit wir offen und ehrlich zusammenarbeiten können. Entscheidend bei solchen Prinzipien ist, dass sie gemeinsam beschlossen werden und dem Schutz aller Beteiligten dienen. Natürlich wurden diese und noch viele andere Prinzipien vorgeschlagen, jedoch werden sie bei Bedarf auch angepasst. Sie sind offizielle Prinzipien, damit sie ihrer Aufgabe gerecht werden können: Ein Schutzraum für gute und offene Kommunikation zu bilden. Durch ein tägliches Training von guter Kommunikation in einem Morgentreffen aller Mitarbeiter, steigern wir die Wertschöpfung und vermeiden, dass wir unnötigen Aufwand betreiben. Auch, weil wir Diskussionen bis zur Einigkeit, bzw. Entscheidung bringen. Ein Abbruch, um Zeit zu sparen, wiederspricht sich selbst. Nimmt man die Zeit aller weiteren Fehler, aller Kosten die durch das Verschleppen zustande kommen, steht das in keinem Verhältnis. Die Fähigkeit gut zu Kommunizieren, zu Diskutieren und zu streiten, kosten Geduld, Mut, Nerven und eben Zeit. Ohne die, geht es einfach nicht.

„Was genau können wir also verändern und worauf genau müssen wir achten?“ Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt. Die Antwort ist: Achtsamkeit. Achtet auf mögliche Alternativen und seit bereit zur Veränderung, jedoch nicht um jeden Preis. Veränderung muss einem Zweck dienen, der alle Beteiligten einer Unternehmung zufrieden stellt. Den Unternehmer, den Mitarbeiter und ganz besonders den Kunden. Mindestens genau so notwendig, ist es auf alle Beteiligten zu achten. Wer die Mitarbeiter aus den Augen verliert, wird handlungsunfähig, wer die Führung aus dem Auge verliert, auch. Ganz besonders tragisch wird es jedoch, wenn Unternehmer und Mitarbeiter den Kunden aus den Augen und aus dem Sinn verlieren. Vielmehr ein Bild von einem Kunden kultivieren, dass dem Unternehmen dient, jedoch dem Kunden selbst nicht. Es gibt auch Unternehmer, die sich selbst als ausgesprochen Kundenorientiert betrachten, jedoch den Mitarbeitern keinerlei Möglichkeit geben, selbst die Kunden kennen zu lernen. Dort reicht es, wenn der „Kapitän“ das Ziel kennt. Was natürlich völlig überholt ist, da Mitarbeiter nur am gemeinsamen Weiterentwicklungs-Prozess teilnehmen können, wenn sie die Ursachen für die Weiterentwicklung auch wahrnehmen können. Wie sagte man mir früher immer: „Wenn jemand sagt, spring aus dem Fenster! Dann tust Du das ja auch nicht, nur weil er das gesagt hat!?“

In der Summe kann ich Dir empfehlen, Dich selbst täglich zu Hinterfragen. Zuzuhören, wenn Dir jemand eine Rückmeldung gibt. Lebe selbst vor, was Du verändern möchtest. Kommuniziere offen, respektvoll und konzentriert. Fehler in der verbalen und non-verbalen Kommunikation sind meist Langzeitschäden, die es zu reparieren, viel Zeit und Aufwand kostet. Sei selbst die bessere Version dessen, dass Du von anderen erwartest zu sein. Nur vergiss nicht, wir sind alle nur Menschen! Nimm bitte nicht alles wörtlich und suche die Fehlerursache im Rahmenwerk/ im System und nicht beim Menschen. Nutze Dein Wissen und Deine Erfahrungen, um andere Menschen wachsen zu lassen. Nimm Dich selbst nicht zu wichtig und erwarte von anderen keine Quantensprünge. Weil eines wirklich fest steht:“Das Gras wächst nicht schneller, nur weil Du daran ziehst!“

Danke für die Aufmerksamkeit!

#Zusammenarbeit #Kommunikation #Unternehmensentwicklung #Rahmenwerk #Team #Erfahrungen #Fehler #Führung #Stommelhaus #stephanloettgen

Wonach suchen wir eigentlich?!

Wäre es unwirtschaftlich, wenn Organisationen statt nach Akademikern, gezielt nach Quereinsteigern ohne Branchenkenntniss suchen? Um sie dabei zu begleiten und „herauszufördern“, wie sie eine Stelle innovativ umgestalten und echte Innovation finden?

“Es macht keinen Sinn, kluge Köpfe einzustellen und ihnen dann zu sagen, was sie zu tun haben. Wir stellen kluge Köpfe ein, damit sie uns sagen, was wir tun können.“

Steve Jobs, Gründer von Apple Inc., im Jahr 1996

Das Heute immernoch regelmäßig mit Beifall bedachte Zitat von Steve Jobs, ist nach meiner Ansicht in die Jahre gekommen. Unternehmen sollten „Keimlinge“ setzten und keine „vorgezogenen Jung-Pflanzen“. Wer unvorbereitet mit Probleme konfrontiert wird, der entscheidend und lernt anders. Um schnelle Weiterentwicklung zu ermöglichen, mit dem Risiko zu Scheitern… Hmmm, ginge wohl nur mit „doppeltem Boden“, also einem Akademiker/Coach/Trainer an der Seite des Quereinsteigers? Würde natürlich die Innovation ausbremsen, dafür einen Prozess der Weiterentwicklung des Akademikers beschleunigen. Gut, die „Reibung“ zwischen den Beiden ist sicher für das Unternehmen nur bedingt wirtschaftlich… Da frage ich mich, im Anbetracht von Innovationsdruck, wie tief in den vorhandenen Struckturen unserer Organisationen die Bereitschaft für Veränderung angesetzt werden darf?! Vielleicht ist das ähnlich wie bei einem Computer, wo man das BIOS besser nicht löscht. Oder auch bei Menschen, die ihr Gedächtnis verlieren. Sie wissen trotz Verlust weiterhin, wie man atmen, essen und trinken kann. Das Überleben ist also gesichert.

Wird das BIOS gelöscht, ist die Hauptplatine nicht mehr funktionstüchtig.

Was können Organisationen riskieren? Anders gefragt, wie riskant ist es einfach ohne eine gezielte Veränderung weiter zu machen? Dort, wo der Taylorismus gerade die Organisation blockiert, wird gegen massive Wiederstände in allen Organisationsebenen gearbeitet. Der Aufwand ist enorm und nicht selten ohne wirkliche Veränderung. Zuviel wurde über Jahre hinweg in Beton gegossen. Flexibel, wie ein Militärbunker, der vor externen Angriffen schützen soll. Nur das die Erbauer nicht bedacht haben, dass es ein Virus geben könnte, der im Inneren des Bunkers die Insassen angreift. Der wie ein Trojanisches Pferd schon im Lebensmittel vorrat gewartet hat. Nicht um die Organisation zu zerstören, sondern um zu überleben. Der „Virus“ vergleichbar mit dem Business-Theater in vielen Unternehmen, dient dem Selbstzweck. Der Kunde Spiel in diesem Zusammenhang keine Rolle. Wie weit sind Organisationen in der Lage über ihren eigenen Horizont hinaus zu blicken? Das was ihnen aktuell das Leben schwer macht, ist nicht die „Konkurrenz“. Die haben mit sich selbst genug zu kämpfen, es ist das „große Ganze“. Von dem jede Organisation ein Teil ist, wie auch die Mitarbeiter ein Teil der Organisation und gleichzeitig des „großen Ganzen“ sind. In unterschiedlichen Systemen. Stellt sich die Frage, was ist dieses „große Ganze“?

Auch der Garten ist Teil des „großen Ganzen“

Möglicherweise die Umwelt in der wir alle Leben, die einfach keine Grenzen hat. Zumindest keine, die wir Menschen uns vorstellen können. In den letzten hundert Jahren, war das auch für die wenigsten notwendig. Besonders im Bezug auf ein Unternehmen. Dort waren der Markt und die Mitbewerber von Relevanz, was sich in dramatischer Weise geändert hat. In einem Garten, dessen evolotionäres Gedächtnis weit über die letzten zwei Jahrtausend hinaus besteht, wird schon immer das „große Ganze“ berücksichtigt. Okay, auch hier ist in den letzten zweihundert Jahren mit Monokulturen, künstlichem Düngemittel und ähnlichem Quatsch einiges auf die schiefe Bahn geraten. Als ich meine Frau bei der Planung unseres eigenen Gartens unterstützen durfte, wurden mir die Parallelen zwischen Garten und Organisation immer bewusster. Inspiriert davon begab ich mich auf die Suche nach anderen Menschen, die sowas denken. Ein Artikel von Dr.in Monika Kerbl, die genau diese Beobachtung beschreibt. Sie wiederum verweist auf das Buch „In den Gärten des Managements“ von Matthias Noellke. Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, halte ich mir jedoch gerne offen. Worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist die Komplexität im Garten, die immer vergleichbarer mit der von Organisationen ist. Möglicherweise der „Garten des Managements“, bei mir eher ein „Garten der ganzheitlichen Führung“ oder so ähnlich. In jedem Fall spannend, wenn die Lenker der Organisationen sich diesbezüglich eher wie ein Gärtner verhalten.

Also, wonach suchen wir eigentlich?! Nach dem Akademiker, dem Gärtner oder dem Setzling?

Ich freue mich auf Feedback zu diesem Beitrag!

Alles neu macht der Frühling!

Okey, ich habe einiges angepackt und hier auf der Webseite ist fast jeder Stein einmal umgedreht. Wenn ich jetzt noch verrate, dass ich alles einhändig bearbeitet habe, da ich aktuell einen verletzten linken Zeigefinger habe, dann ziehe ich vor mir selbst den Hut. Es war jedoch auch echt nötig, da in letzter Zeit immer regelmässiger Anfragen aus der ganzen Welt kommen, mit der Bitte um Unterstützung beim Starten und begleiten eines Morgentreffen in den unterschiedlichsten Unternehmen. Meine Arbeit in der Stommel Haus Akademie ist mir jedoch weiterhin extrem wichtig und vorrangig! Daher musste ich schon einige Anfragen ablehnen, da ich nicht tagelang in anderen Unternehmen und Organisationen arbeiten kann.

Dementsprechend habe ich mir Gedanken gemacht, was möglich ist. Natürlich kann ich Remote weiterhelfen und um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen abzustecken und auch proaktiv zu erleutern, was meine Kompetenzen und Fähigkeiten sind, habe ich die Webseite komplett überarbeitet. Auch das alte Logo und der ehemalige Podcast „Hin & Zurück“ wurden erneuert. Ab sofort gibt es den „Stephan Löttgen Podcast“ mit Themen rund um meine Schwerpunkte: Organisations-Katalyse im Sinne von Gebhard Borck, Morgentreffen im Sinne von 2 Second LEAN und The LEAN Deal, sowie Führung nach Ansätzen von Mark Poppenborg.

Ich freue mich auf Feedback, Kritik und eine LEAN-Community-Lektorenteam! 😉 Also, wer Fehler findet, bitte sagt Bescheid, ich korregiere dann gerne.

Beste Grüße

Stephan

gehört: Reaktion auf eine Kriese

Drei Podcast Folgen und im Grunde ein Thema:

Persönlichkeitsentwicklung als Reaktion auf eine Krise.

(Gut, es geht auch noch um mehr. Jedoch habe ich das Gefühl, dass schwingt als Basis-Thema durch…)

Raabe & Kampf: Ch-ch-ch-changes
https://lnkd.in/gRk4v2S

Bewohnerfrei: Mit Michael „Curse“ Kurth und Tobias Beck
Teil 1: https://lnkd.in/gp24tMx
Teil 2:
https://lnkd.in/gzxZcxt

Ich.Wir.Alle.: Mit Christoph Burger und Martin Permantier
https://lnkd.in/ggJhCxD

Wie reagierst Du auf eine Krise? Was steht Dir im Weg? Woran arbeitest Du, um Dich zu entwickeln?

#persönlichkeitsentwicklung #krise #podcast #raabeundkampf #bewohnerfrei #curse #ichwiralle #christophburger

Menschen sind „Im Grunde #LEAN“

Da lag sie auf dem Boden im #Supermarkt, sie wurde leider verloren. Ich musste zwei Mal hin schauen, bis ich erkannt habe, dass es sich um eine „echte“ #kanban handelt. Nicht aus dem #Warenmanagement des Supermarktes, nein! Ich denke, sie hängt sonst mit einem Magneten und einem abwaschbaren Folienstift zusammen an einem Kühlschrank und wird immer dann beschrieben, wenn etwas droht auszugehen. Vielleicht auch erst, wenn etwas ausgegangen ist. Die Karte wird dann mit in den Supermarkt genommen um alles zu beschaffen, was auf ihr steht. Anschließend wäscht man die Bestellungen ab und hängt die leere Karte zurück an ihren Ort. Ja, das ist doch ein KANBAN-Kreislauf, wie er im Lehrbuch steht!? Oder eben nicht. Denn er ist aus dem Leben entsprungen und es hat ihn sich einfach jemand aus eigenem Antrieb ausgedacht. Ohne eine #Strategie, ein Black-Belt oder eine Jahresziel-Vereinbarung.

Rutger #Bregmann behauptet in seinem Buch „Im Grunde gut“, dass der #Mensch eben keine Böse Natur hat. Ich behaupte, dass der Mensch „Im Grunde #LEAN“ ist! Man muss es ihm nicht bei bringen. Das wurde nur mit sehr viel Aufwand über viele Jahrzehnte hinweg ab trainiert. Man muss dieser ursprünglichen #Gewohnheiten einfach nur Raum geben, sich wieder zu entfalten… #imgrundelean

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